Das alles ist sehr ungewöhnlich, befindet das Hygrometer.
Sein Zeiger schwankt und wankt zwischen
0 und 100
hin und her,
hin und her.
Aus «So nah, so hell»
Agnes Siegenthaler schreibt Prosa und Lyrik. Sie hat Literarisches Schreiben in Biel und davor Soziale Arbeit studiert. Sie arbeitet in einer interkulturellen Bibliothek, ist im Vorstand der Bieler Gespräche und rezensiert Bilderbücher. 2025 ist ihr Debütroman «So nah, so hell» erschienen.

Roman
An einem stillen Nachmittag verschafft sich Letta Zugang zu einem Haus, das kurz vor der Räumung steht. Mit einem präzisen Protokoll im Kopf nähert sie sich dem zurückgelassenen Hausrat, auf der Suche nach einem besonderen Andenken an die Frau, die einst hier lebte. Während sich Lettas Suche schwieriger als gewöhnlich gestaltet, beginnen die Gegenstände des Haushalts von dem Leben zu erzählen, dessen Zeugen sie wurden.
Vielstimmig und experimentell entfaltet sich nach und nach die Geschichte von Lore. Es ist eine Geschichte über das Gefühl des Fremdseins und des Gehindertwerdens, über Freundschaft und familiäre Bindungen, die jenseits klassischer Verwandtschaftsverhältnisse bestehen.
16. November 2025
Moderation Sofalesung Bern
(Lesung Sagal Maj Čomafai)
9. November 2025
Sofalesung Winterthur
1. November 2025
Weinfelder Buchtage
27. September 2025
Debütnacht Frauenfeld
19. Juni 2025
Lesung im Diamant Bremgarten
30. Mai 2025
Solothurner Literaturtage
18. Mai 2025
Sofalesung St. Gallen
13. April 2025
Sofalesung Luzern
2. März 2025
Sofalesung am Literaare Festival Thun
20. Februar 2025
Vernissage «So nah so hell»
„So nah, so hell“ ist ein zartes Debüt von grosser poetischer Kraft.
Agnes Siegenthaler gibt den stumm gewordenen Dingen in Lores Haus ihre Stimme zurück, den eingelagerten Erinnerungen, die sich sonst spurlos verflüchtigen.
Gallus Frei-Tomic
Literaturblatt.ch
Agnes Siegenthaler gibt den stummen Dingen im Haus eine Stimme. Die Gegenstände, von der Zimmerpflanze über die Kaffeetasse bis zur Porzellanfigur, erzählen von Lore, es sind verdichtete Momentaufnahmen, die sich zum Bild einer Frau zusammenfügen, die Unterdrückung und Gewalt in der Ehe, aber auch Formen einer alternativen, nicht blutsverwandten Familie erlebte.
So registriert etwa das Hygrometer an der Wand nicht nur die Luftfeuchtigkeit, sondern auch emotionale Ausschläge, das Schwitzen von Menschen, die Launenhaftigkeit eines Teenagers, überhaupt das belastende Raumklima.
Alex Suri
Der Bund
Denn das Haus birgt ein Eigenleben. Die Gegenstände blicken zurück – und Letta kann ihrer Macht nicht widerstehen. Bald schon schlüpft sie in die Pantoffeln der Toten, bald findet sie sich in der Kleidung von Lore wieder, bald legt sie sich in ihr Bett – und verliert sich in einer Erzählung, die längst nicht mehr von ihr ausgeht.
Agnes Siegenthalers präzise Sprache erschafft drei rätselhafte Figuren, die sich selbst und den anderen fremd sind.
Durch die Huit-clos-Situation und das Versprechen, dass sich hinter den Dingen ein Geheimnis verbirgt, schafft Siegenthaler eine fast thrillerartige Spannung.
Martina Läubli, NZZ am Sonntag
Agnes Siegenthaler gelingt ein erstaunlich dichter, vielschichtiger Roman, der seine Kraft nicht aus Handlung, sondern aus Stimmung und Struktur bezieht. Es ist ein Buch über das Erinnern und über das, was verschwindet, wenn man stirbt.
Vera Zatti
Saiten
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